Tina Geldmacher

Tina Geldmacher
Tina Geldmacher

 

Bedenkt:

den eignen Tod, den stirbt man nur,

doch mit dem Tod der andren

muss man leben!

 

Mascha Kaléko

 

Als gelernte Sonderschullehrerin hatte ich oft  mit Sterben und Tod zu tun.

Die Auseinandersetzung einzelner Schüler*innen mit ihrer Situation und das tatsächliche Sterben brachten mich schon damals dazu, mich mit dem Thema auseinander zu setzen.

Die Diagnose Krebs bei unserem Sohn Tom zwang mich dann in die direkte Konfrontation. Diese fürchterliche Diagnose riss die gesamte Familie in eine Art Strudel. Für mich blieb keine Zeit zum Nachdenken, keine Zeit zum Hadern oder Erstarren. Toms Tod lies mich dann erstarren. Neben dem Halt der Familie und der Freunde, fühlte ich mich sehr aufgefangen und gut aufgehoben in der Gemeinschaft einer geleiteten Trauergruppe. Der Austausch und die Aktivitäten mit Gleichbetroffenen taten mir sehr gut und tun es noch immer. Es brauchte viel Zeit, bis ich mich nach und nach aus dieser Erstarrung befreien konnte. Ich gab meinen Beruf auf, absolvierte einen Kurs zur Sterbebegleiterin im Mildred - Scheel – Haus, bei dem ich wunderbaren Menschen begegnete. Ich machte zusätzlich die große Basisqualifikation zur Trauerbegleiterin (BVT) und begleite seither Trauernde auf ihrem Weg durch die Trauer. Dabei habe ich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und deren Eltern bei TrauBe e.V. begleiten können, bin seit einigen Jahren selbständige Trauerbegleiterin und freue mich, nun mit meinem Mann zusammen eine Gruppe verwaister Eltern zu leiten.

„…doch mit den Tod der andren muss man leben!“, sagt Mascha Kaléko. Das ist eine Herausforderung, doch für mich war das Leben immer auch eine Art Triebfeder.

 

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